Salon Digital – 1. Abend / Julian Stubbe: Articulating Novelty in Science and Art

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Veranstaltungsreihe / 24.11.2016

Imagination und Material:

Experiment
To be confirmed / Unbestätigt : Dennis Paul und Ralf Baecker
Vortrag Julian StubbeArticulating Novelty in Science and Art – A Comparative Technography
In dem Vortrag wird der Frage nachgegangen, was Neuheit in der Entstehung technischer Objekte ist und wie das Neue Teil einer geteilten Realität wird. Anhand des ethnografischen Vergleichs einer Roboterhand und einer Medienkunstinstallation wird gezeigt wie Ideen, Prototypen und Imagination eine Objektidentität ausbilden; wie technische Formen eine neue Art der Wirksamkeit erzeugen; und wie das Neue seine wissenschaftliche und künstlerische Wertung erfährt. Zentrales Element dieser Artikulationen ist die Spannung zwischen Individuation und Relation, durch die Objekte sowohl zu etwas Besonderem als auch zum Teil von etwas Bestehendem werden.
Julian Stubbe ist Postdoc am Graduiertenkolleg „Innovationsgesellschaft heute“ am Institut für Soziologie, TU Berlin. In seiner Forschung befasst er sich mit den gesellschaftlichen Existenzweisen neuer Technologien, mit ihrem technischen Wirken als auch mit den Imaginationen und kulturellen Bedeutungen, die sie begleiten.
24.11.2016, 18 Uhr
Raum 4.15.070 (großer Theorieraum), Speicher XI, Bremen
Spektakel: Reenactments in Kunst, Gestaltung, Wissenschaft und Technologie.
Mit dem Wintersemester 2016/17 startet der Studiengang Digitale Medien der Hochschule für Künste Bremen eine regelmäßig stattfindende Salon-Reihe unter dem Titel „Spektakel: Reenactments in Kunst, Gestaltung, Wissenschaft und Technologie“. Das offene Salon Format beinhaltet Experimente, Vorträge, und Performances aus unterschiedlichen Disziplinen mit dem Fokus auf neue und alte Medien und Technologien. Praxis des Salons ist das Reenactment als Möglichkeit des Sichtbarmachens, Vergegenwärtigens und Durchkreuzens von Vergangenem oder Verborgenem.
Insbesondere im Bereich der sogenannten Neuen Technologien und zeitgenössischen Medien erscheint Wissen von komplexen Schichtungen von Material, Code/Zeichensystemen und Geschichte/Organisationen verdeckt. Das Wiederaufführen kann Denken, Geschichte und Theorie in Körper und Handlung übersetzen. Im Zentrum steht so die verkörperte Vergegenwärtigung vergangener Ereignisse, initiiert durch den Wunsch eine grundsätzlich uneinholbare Vergangenheit wiedererlebbar zu machen.
Vorrangiges Anliegen des Salons ist die Öffnung von geschlossenen Systemen und Konstruktionen (Black Boxes). Denn Wissenschaft, Ökonomie, zeitgenössische Medien sowie Neue Technologien sind durch globale Machtstrukturen, komplexe Entwicklungs- und Produktionsprozesse und deren hermetische Konstruktion nur noch schwer zu durchschauen und bleiben für die Rezipierenden primär an der Oberfläche. Das Spektakel ist eine Form der Verdichtung von Handlungen und Prozessen. Gewissermaßen Paradox zum Reenactment, dem Wiederholung und so auch Historie immanent sind, ist das Spektakel ein Zeitpunkt im Hier und Jetzt, zu dem alles kulminiert.
Organisiert von: Andrea Sick, Ralf Baecker und Dennis Paul